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Obama ruft USA zu religiöser Toleranz auf
09/10 | 20:39 GMT

©AFP / Jewel Samad
Kurz vor dem Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September hat US-Präsident Barack Obama zu Toleranz gegenüber dem Islam und anderen Religionen aufgerufen. Er spielte damit auf den US-Pastor an, der die Verbrennung des Koran angedroht hatte. Das Foto zeigt betende Muslime in Silver Springs im US-Bundesstaat Maryland.

©AFP / Jewel Samad
Betende Muslime in Maryland
Kundus (AFP) - Kurz vor dem Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September hat US-Präsident Barack Obama die Bürger zu Toleranz gegenüber dem Islam und anderen Religionen aufgerufen. "Wir dürfen uns nicht von Religion spalten lassen", sagte Obama im Weißen Haus. Obama spielte damit auf den fundamentalistischen US-Pastor Terry Jones an, der für Samstag die Verbrennung von Koran-Bänden angedroht hatte. Das Vorhaben löste in der islamischen Welt einen Proteststurm aus. Jones stellte unterdessen neue Bedingungen für eine Absage der umstrittenen Aktion.

©AFP / Mandel Ngan
Obama ruft USA zu religiöser Toleranz auf
Der Gegner der USA sei nicht der Islam, sondern "die Terroristen und Mörder, die den Islam pervertiert haben", sagte Obama. "Solange ich Präsident bin, werde ich alles tun, um die Amerikaner daran zu erinnern, dass wir eine Nation unter einem Gott sind, auch wenn wir diesem Gott unterschiedliche Namen geben."

©AFP/Getty Images / Joe Raedle
Jones
Obama stellte einen Zusammenhang zwischen antimuslimischen Ressentiments in den USA und der derzeitigen Unsicherheit infolge der schleppenden Wirtschaftsentwicklung her. "Wenn in einem Land allgemeine Furcht herrscht, wenn es eine schwere Zeit durchlebt, dann werden Ängste, Verdächtigungen und Spaltungen sichtbar."

©AFP
Islamzentrum in New York
Mit Blick auf den Streit um die geplante Koran-Verbrennung in Florida warnte Obama vor Nachahmeraktionen: "Meine Sorge ist sicherzustellen, dass wir nun nicht eine ganze Menge Leute hier im Land haben, die auf diese Weise Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen."
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VIDEO: Schlingerkurs um Koran-Verbrennung
Der Pastor einer radikalen Kirchengemeinde in Florida, Terry Jones, sorgte mit widersprüchlichen Aussagen zur angedrohten Koran-Verbrennung für Verwirrung. Jones forderte ultimativ ein Treffen mit dem Imam des in New York geplanten Islamzentrums mit einer Moschee nahe Ground Zero. Binnen zwei Stunden müsse der Imam klären, ob er zu einem Treffen und zu Gesprächen über eine Verlegung des Islamzentrums bereit sei, sagte Jones in Gainesville. Er ließ offen, ob er ohne ein solches Treffen die zunächst abgesagte Koranverbrennung am Samstag doch noch abhalten werde.
©AFP
VIDEO: Wachsende Islam-Feindlichkeit zu 9/11-Gedenken
Der New Yorker Imam Feisal Abdul Rauf hatte zuvor die Darstellung von Jones zurückgewiesen, er habe einer Verlegung des Islamzentrums zugesagt. Er ließ auch offen, ob er am Samstag für das von Jones gewünschte Gespräch zur Verfügung steht.
Die Wut unter Muslimen über die angedrohte Koran-Verbrennung betrifft nun auch den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Vor dem Bundeswehrlager in Faisabad demonstrierten tausende Afghanen und bewarfen den Stützpunkt mit Steinen. Die Menge skandierte "Tod den USA". Einige Menschen, darunter auch Polizisten, wurden verletzt.
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Einige Beispiele
Opposition läuft Sturm gegen Atom-Deal mit Stromkonzernen
09/10 | 14:26 GMT

©AFP / Jens Büttner
Die Opposition läuft Sturm gegen die Atomvereinbarung zwischen der Regierung und den vier Akw-Betreibern: SPD-Chef Sigmar Gabriel sprach von einem "klaren Rechtsbruch", Grünen-Fraktionschefin Renate Künast von einem "schmutzigen Deal". Das Archivfoto zeigt die Grünen-Chefs Cem Özdemir und Claudia Roth mit Anti-Atom-Plakaten.

©AFP / Jens Büttner
Grünen-Chefs Özdemir und Roth mit Anti-Atom-Plakaten
Berlin (AFP) - Nach der Veröffentlichung der

©AFP / John Macdougall
SPD-Chef Gabriel
Die Bundesregierung hatte am Donnerstagabend ihre zunächst unter Verschluss gehaltene Zusatzvereinbarung mit den Akw-Betreibern teilweise veröffentlicht. Daraus geht unter anderem hervor, dass von Seiten der Betreiber für eine mögliche Nachrüstung maximal 500 Millionen Euro pro Akw aufgebracht werden müssen. Zudem enthält das Papier Schutzklauseln, die die Firmen vor weiteren finanziellen Belastungen schützen, falls spätere Bundesregierungen die Atomstromproduktion durch Abgaben länger oder stärker finanziell belasten.

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Nachrüstkosten für Atomkraftwerke
Die Vereinbarung soll das Energiekonzept der schwarz-gelben Koalition ergänzen. Demnach dürfen Atomkraftwerke im Schnitt zwölf Jahre länger laufen. Im Gegenzug sollen die vier Akw-Betreiber Eon, RWE, Vattenfall und EnBW einen Teil ihrer dadurch erzielten Zusatzgewinne durch die Laufzeitverlängerung für den Ausbau erneuerbarer Energien abführen und zudem für sechs Jahre die bereits beschlossene Brennelementesteuer zahlen. Das Konzept sieht auch Maßnahmen zum massiven Ausbau erneuerbarer Energien vor.

©AFP
Atomkraft in Europa
Gabriel sagte, die Zusatzvereinbarung sei rechtlich nicht haltbar. "Niemand kann das Atomgesetz per Vertrag aushebeln." Dies sei ein einmaliger Vorgang und "das Gegenteil von Parlamentarismus". Mit Blick auf die Umgehung des Bundesrats bei der Laufzeitverlängerung sagte Gabriel, dass "dieses Verfahren insgesamt vor dem Bundesverfassungsgericht landen wird". Es sei "ein politischer Skandal, dass auch am Bundestag vorbei das Atomgesetz hingemogelt werden soll", kritisierte er. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles warf der Bundesregierung "schamlose Käuflichkeit" vor.
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©AFP
ANIMATION: Atomkraftwerke in Deutschland
Künast bezeichnete das Übereinkommen als "Knebelung für nachfolgende Regierungen" und bekräftigte die Absicht ihrer Partei, Verfassungsklage gegen das Energiekonzept der Regierung einzureichen. Die Linken-Bundestagsfraktion bezeichnete die Absprache mit den Energiekonzernen als "Anschlag auf die Demokratie".
Die Bundesregierung wies den Vorwurf zurück, sie wolle mit der Vereinbarung das Parlament umgehen. Der Bundestag sei in die weitere Ausarbeitung des entsprechenden Vertrags einbezogen, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Rechte des Parlaments würden "in keiner Weise eingeschränkt".

DEUTSCHLAND
Opposition läuft Sturm gegen Atom-Deal mit ...Schwarze Trainingshose von vermisstem Mirco gefunden
09/10 | 14:18 GMT

©AFP / Rene Tillmann
Die Polizei hat ein Kleidungsstück des seit einer Woche vermissten Mirco aus Grefrath gefunden. Die Hose des Zehnjährigen lag neben einem Mülleimer auf einem Parkplatz an einer Straße zwischen Grefrath und Hinsbeck.

©AFP / Rene Tillmann
Suchplakat der Polizei
Mönchengladbach (AFP) - Eine Woche nach dem Verschwinden des zehnjährigen Mirco aus Grefrath verfolgt die Polizei eine neue Spur: Die schwarze Trainingshose des Jungen wurde auf einem Parkplatz an einer Straße zwischen Grefrath und Hinsbeck in Nordrhein-Westfalen gefunden, wie der Ermittlungsleiter Ingo Thiel in Mönchengladbach mitteilte. Die Sonderkommission wurde demnach auf 50 Beamte aufgestockt.
Die Hose Mircos war der Polizei zufolge bereits am vergangenen Samstag, einen Tag nach Mircos Verschwinden, von einer Zeugin auf dem Parkplatz gefunden worden. Die Frau nahm das neben einer Mülltonne liegende Kleidungsstück zunächst mit, gab es aber nach den Berichten über Mircos Verschwinden und die großangelegte Spurensuche später bei der Polizei ab.
Thiel zufolge ergaben DNA-Untersuchungen zweifelsfrei, dass es sich um Mircos Hose handelt. "Wir können nicht ausschließen, dass da noch weitere Gegenstände gelegen haben", sagte Thiel. Weitere Zeugen, die von dem Parkplatz möglicherweise solche Gegenstände mitgenommen hätten, sollten sich unbedingt bei der Polizei melden.

©AFP / Rene Tillmann
Abgesperrter Parkplatz
Zur Frage nach Schicksal des Jungen sagte Thiel: "Zählen Sie eins und eins zusammen und machen Sie sich selbst ein Bild." Mirco ist seit Freitag vergangener Woche spurlos verschwunden. Der Junge hatte sich am Abend nach dem Spielen auf einer Skater-Anlage mit dem Fahrrad auf den Heimweg gemacht, kam aber in seinem Elternhaus nicht an. Auf der Suche nach dem Zehnjährigen durchkämmte die Polizei in den vergangenen Tagen mit einem Großaufgebot Felder, Wiesen und Waldgebiete bei Grefrath. Dabei konzentrierten sich die Ermittler auf das Areal, in dem Mircos Handy sich am Samstagabend aus dem Mobilfunknetz ausgeloggt hatte.
Nach den großangelegten Suchaktionen der vergangenen Tage schränkte die Polizei derweil die Suche nach Mirco ein: Statt zuletzt tausend Beamten machten sich noch hundert Polizisten auf Spurensuche im Raum Grefrath. Die Zahl der Hinweise aus der Bevölkerung stieg unterdessen auf mehr als 400 an. Entscheidende Tipps waren aber bislang nicht darunter - auch nicht zu einem verdächtigen Auto, das in dem Fall eine Rolle spielen könnte. Nach Beobachtungen zweier Zeugen hatte am Abend von Mircos Verschwinden ein verdächtiger Pkw-Kombi an der Stelle geparkt, wo später das Fahrrad des Jungen gefunden wurde. Die Polizei suche weiter "händeringend" Zeugen, die Angaben zu dem Kombi machen könnten.




